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Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen? Mich hat schon früh interessiert, was Menschen innerlich bewegt – besonders in Übergangs-, Krisen- oder Umbruchsphasen. Ich erlebe Beratung als einen Raum, in dem Sortieren, Entlasten und Neu-Ausrichten möglich wird. Diese Arbeit verbindet für mich Fachlichkeit mit Menschlichkeit. |
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Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert? Zuhören ohne vorschnelle Antworten. Aushalten können, was noch keine Lösung hat. Präsenz, Klarheit und die Fähigkeit, auch leise Signale wahrzunehmen. Und nicht zuletzt: eine gute Selbstreflexion und die Bereitschaft, sich selbst immer wieder zu hinterfragen. |
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Weshalb haben Sie sich gerade für Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?
Meine Schwerpunkte haben sich aus der Praxis heraus entwickelt. Ich arbeite mit Themen, die im Alltag vieler Menschen eine große Rolle spielen, aber oft wenig Raum bekommen: Überforderung, Rollenvielfalt, Entscheidungsdruck, Übergänge. Dort begleite ich gerne – ruhig, strukturiert und auf Augenhöhe. |
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Was erachten Sie als Ihren bisher größten beruflichen Erfolg?
Wenn Menschen nach einer Begleitung sagen, dass sie sich wieder mehr bei sich selbst angekommen fühlen. Nicht, weil alles gelöst ist – sondern weil sie ihren eigenen Standpunkt klarer spüren und ihm vertrauen können. |
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Wodurch glauben Sie, könnten die Menschen vermehrt für Ihre Dienstleistungen interessiert werden? Durch ehrliche Information und persönliche Weiterempfehlung. Viele Menschen suchen keinen schnellen Rat, sondern einen geschützten Rahmen. Wenn Beratung als das verstanden wird, was sie ist – ein gemeinsamer Prozess – entsteht oft von selbst Interesse. |
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Arbeiten Sie auch mit Berufskolleg*innen oder mit Expert*innen aus anderen Berufsgruppen zusammen? Ja. Vernetzung ist mir wichtig. Je nach Anliegen arbeite ich interdisziplinär oder empfehle weiter. Gute Begleitung bedeutet auch, die eigenen Grenzen zu kennen und andere Fachrichtungen mitzudenken. |
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Bieten Sie auch selbst Veranstaltungen an (Seminare, Workshops, Gruppen, Vorträge usw.)? Ja, ergänzend zur Einzelberatung biete ich Gruppen- und Workshopformate an. Sie schaffen Austausch, Normalisierung und das Gefühl, mit bestimmten Themen nicht allein zu sein. Sowohl vor Ort bei mir in der Praxis, draußen in der Natur oder auch vor Ort bei den anfrangenden Interessentinnen. |
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Welches Ziel wollen Sie in Ihrem Beruf noch erreichen? Ich möchte Beratung weiterhin als sicheren, zugänglichen Raum anbieten – auch präventiv. Mein Ziel ist es, Menschen frühzeitig zu stärken, bevor Belastungen zu groß werden. |
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Was bedeutet für Sie Glück? Glück ist für mich innere Stimmigkeit. Wenn Denken, Fühlen und Handeln in einem guten Gleichgewicht sind – auch in herausfordernden Zeiten. |
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Wenn Sie die berühmte "Gute Fee" nach drei Wünschen fragen würde, welche würden Sie äußern? Mehr innere Ruhe in einer lauten Welt. Mehr ehrliche Verbindung zwischen Menschen. Und Vertrauen darin, dass jeder Mensch den eigenen Weg gehen darf. |
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Welche drei Gegenstände würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Ein Notizbuch, um Gedanken festzuhalten. Ein Buch, das mich begleitet. Und etwas, das Verbindung symbolisiert – vielleicht ein Brief oder ein Erinnerungsstück. |
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Was ist Ihr Lebensmotto? Nicht alles muss sofort klar sein. Vieles darf sich entwickeln. |
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Welche wichtige Frage haben Sie in diesem Interview vermisst? Was Menschen brauchen, um sich sicher zu fühlen. |
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... und wie würden Sie darauf antworten? Einen Raum ohne Bewertung. Zeit. Echtes Interesse. Und das Gefühl, mit dem eigenen Erleben willkommen zu sein. |
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Was ist der Unterschied zwischen Beratung und Therapie? Beratung bietet einen geschützten Raum für Menschen, die sich in belastenden Lebenssituationen, Übergängen oder Entscheidungsphasen befinden. Sie unterstützt dabei, wieder Orientierung, Stabilität und Handlungsspielräume zu finden. Therapie ist dann angezeigt, wenn psychische Erkrankungen vorliegen. Sie hat einen klaren medizinisch-therapeutischen Auftrag und verfolgt andere Ziele als Beratung. |
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Was ist Coaching? Coaching ist eine begleitete Form der Selbstreflexion. Es hilft, Klarheit über Ziele, Rollen und nächste Schritte zu gewinnen. Der Prozess ist ressourcenorientiert und zeitlich begrenzt. Lösungen werden nicht vorgegeben, sondern gemeinsam entwickelt. |
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Was ist Training? Training vermittelt Wissen, Fähigkeiten oder Methoden. Es folgt meist einer festen Struktur und klaren Inhalten. Der Schwerpunkt liegt auf Lernen und Üben, weniger auf der persönlichen Auseinandersetzung mit individuellen Lebens- oder Beziehungsthemen. |
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Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Supervision? Coaching richtet sich häufig an Einzelpersonen und fokussiert konkrete Fragestellungen oder Entwicklungsziele. Supervision schafft Raum für die Reflexion von beruflichen Erfahrungen, Beziehungen und Dynamiken – oft im Team- oder Arbeitskontext – und unterstützt dabei, Belastungen einzuordnen und professionelle Handlungssicherheit zu stärken. |
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Wie unterscheidet sich Coaching von Beratung und von Training? Coaching bewegt sich zwischen Beratung und Training. Im Unterschied zur Beratung liegt der Fokus stärker auf Ziel- und Lösungsfindung. Im Unterschied zum Training gibt es keine vorgegebenen Inhalte – der Prozess orientiert sich am individuellen Anliegen und Tempo der Person. |
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Gibt es Coaching nur für berufliche Themen oder auch für private? Coaching kann sowohl berufliche als auch private Themen begleiten. Lebensbereiche greifen ineinander, und viele Fragestellungen lassen sich nicht klar trennen. Entscheidend ist, dass es um Entwicklung, Orientierung und Stärkung geht – nicht um therapeutische Behandlung. |

